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20181215_113249Vor drei Wochen war sie noch ganz klein, die Blume. Und jetzt ist sie so viel großer als ich! Die wächst ja mit einem Affenzahn. Unten ist eine dicke Knolle und oben kommen ganz viele Blüten. Mein Mensch sagt, das ist ein Spargelgewächs.

Genau, die Amaryllis gehört zur Ordnung der Spargelartigen. So wie Orchideen und Iris, Krokusse und Freesien und natürlich der echte Spargel, den man im Frühsommer isst.

Botanisch geht leider hier ein bisschen was durcheinander. Das, was wir im Blumenhandel als “Amaryllis” kaufen heißt eigentlich “Ritterstern” und trägt den lateinischen Namen “Hippeastrum”. Das ist Griechisch und heißt das gleiche: hippeos ist der Ritter, astrum der Stern.

Kenn’ ich: Astronomie – die Sternenkunde.

Der Ritterstern kommt aus Südamerika, die echte und eigentliche Amaryllis aus Südafrika. Die echte Amaryllis heißt auch auf Lateinisch “Amaryllis”. Sie sehen sich aber recht ähnlich und so wird der Ritterstern nicht beleidigt sein, wenn man “Amaryllis” zu ihm sagt.20181215_113157

Die Amaryllis hat eine Zwiebel, so wie die Krokusse und Lilien auch – und unsere hat eine besonders dicke. Je dicker die Zwiebel, desto kräftiger die Blüte. Unsere hat gleich zwei Stiele getrieben mit jeweils vier Blüten, da kann sogar der Waschbär drin rumklettern.

Die Stiele sind hohl (bei der echten Amaryllis sind sie das nicht) und werden bis zu 80 cm hoch. Das ist aber nicht wünschenswert und darum sollte man die Zwiebel nicht so viel gießen, eigentlich gar nicht. Sie hat genug Wasser in sich und braucht keine Dusche. Je trockener sie steht, desto weniger schießen die Stiele nach oben. Je  niedriger der Stiel bleibt, desto weniger kippt er um; je höher der Stiel ist, desto eher landen die Blüten auf dem Fußboden.

Jede Blüte hat sechs Blütenblätter, rot oder rotgestreift oder weiß oder was es sonst für Züchtungen gibt. Wir mögen die knallroten und die rot-weiß-gestreiften am liebsten. Guckt man genau hin, sieht man, dass die Blütenblätter in zwei Kreisen zu je drei stehen – drei innere und drei äußere. Ganz lang guckt der Griffel mit der Narbe heraus, etwas tiefer im Innern sind die Staubgefäße.

20181127_182333Die Blätter sind ganz einfach, lang, schmal, grün. Und parallelnervig. Das ist bei Krokus und Orchidee auch so. Wenn Ihr gerade eine Orchidee zur Hand habt, dann vergleicht mal: alle Blattnerven laufen von oben nach unten und sind nicht verzweigt; der Weihnachtsstern oder ein Usambara-Veilchen oder was Ihr sonst gerade rumstehen habt hat Blätter, die “netznervig” sind. Ein Nerv in der Blattmitte und dann ein Gewirr von Nerven rundherum.

Daran unterscheidet man Einkeimblättrige – Maiglöckchen, Orchideen, Tulpen, Schneeglöckchen – von den Zweikeimblättrigen – Eichen, Geranien, Löwenzahn.

Ich kann ja zählen – und ich zähle hier ganz viele Blätter. Von wegen “Ein”-Keimblättrig.

Es heißt ja nicht Ein-Blättrig, mein lieber Waschbär. Sondern “Ein-Keim-Blättrig”. Wenn eine neue Pflanze entsteht, keimt sie mit einem Blättchen oder mit zwei. Stecke eine Eichel in den Blumentopf oder eine Buchecker, dann kommt irgendwann ein Pflänzchen mit zwei ersten Blättern; ein gerade geborenes Schneeglöckchen kommt mit einem Blatt auf die Welt und treibt dann später aus der Zwiebel viele Blätter aus.

Zwischen dem Waschbären-Foto mit den Blättern und dem auf der Blüte kraxelnden Waschbären liegen gerade mal zwei Wochen. So ein Ritterstern wächst mit enormer Geschwindigkeit.

Eines darf man nicht tun: reinbeißen. Der Ritterstern ist giftig. Überall. Allerdings sind meine Quellen etwas weit auseinander: einer schreibt, dass einen wenige Gramm ins Jenseits befördern, der andere schreibt von Brechreiz und Durchfall. Dazwischen liegen Welten … Aber grundsätzlich: man muss nicht in alles reinbeißen. Das geht besonders an den Waschbären!

Auch der Milchsaft, der aus den Stängeln reichlich heraustropft, wenn man sie abschneidet, sollte mit Vorsicht behandelt werden. Wer empfindlich ist, kann sich hier schnell Hautreizungen holen.

Waschbär und Mensch wünschen noch eine schöne Vorweihnachtswoche!

 

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20181201_174050aIst der nicht hübsch? Ja, ich bin auch hübsch, aber ich meine den Weihnachtsstern! Ganz große rote Blüten hat er.

Hier irrt der Waschbär. Die Blüten vom  Weihnachtsstern sind winzig klein. Was da so rot leuchtet sind normale Laubblätter, die anfangs grün sind und allmählich “erröten”.

 

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Man kann das auch gut an den Pflanzen sehen. Einige Blätter sind grün-rot gemustert und werden nach ein paar Tagen ganz rot. Rechts sieht man von unten her ein noch ganz grünes Blatt, dann kommt ein rot-grün gemustertes, dann ein rotes.

 

 

 

 

20181201_174308Die eigentlichen Blüten sind ganz winzig und sitzen inmitten der roten Hochblätter. Da die Blüten so klein und unscheinbar sind, übernehmen die roten Hochblätter die Aufgabe der Werbung für die Blüte - sie machen Insekten aufmerksamen auf die Blüten in der Mitte. Die Blüten bestehen nur noch aus Staubgefäßen oder Griffeln mit Narben - keine Blütenblätter, kein Kelch. Es ist also die Minimalversion einer Blüte. Es gibt im übrigen  zwei Sorten Blüten (da braucht man aber eine Lupe): nur männliche und nur weibliche.

Zypressen-WolfsmilchBestimmt habt Ihr im Sommer schon mal  eine einheimische Pflanze gesehen, die sich ganz ähnlich “verhält”, auch wenn sie viel kleiner sind: unsere Wolfsmilchgewächse. Rechts seht Ihr eines, die Zypressen-Wolfsmilch. Auch hier machen Hochblätter auf die winzigen Blüten aufmerksam. Die Hochblätter sind zwar sehr viel kleiner, aber auch sie sind keine Blütenhülle, sondern Laubblätter. Sie sind anfangs gelb und verfärben sich später rötlich.

Mit dem Wolfsmilchgewächs hat der Weihnachtsstern auch eine andere Eigenschaft gemeinsam: den Milchsaft. Beide Pflanzen produzieren einen weißen, klebrigen Saft.

Das liegt daran, dass der Weihnachtsstern in die gleiche Pflanzenfamilie gehört wie unsere Wolfsmilchgewächse. Die ganze Familie heißt so: Wolfsmilchgewächse. Auf Latein ist das “Euphorbiaceae”. Der Artname des Weihnachtssterne ist Euphorbia pulcherrima. “Euphorbia” heißt geht auf einen antiken Arzt namens Euphorbus zurück und “pulcherrima” bedeutet “die Schönste”.

Alle Wolfsmilchgewächse haben Milchsaft, der mehr oder weniger stark ätzend ist und Entzündungen hervorrufen kann. Darauf bezieht sich auch der deutsche “Wolfsmilch” - gefährlich wie ein Wolf. Naja, beißen tut sie nicht, aber man sollte nicht unbedingt ohne Handschuhe mit den Pflanzen umgehen. Fingerwaschen ist immer angesagt und wenn der Saft schon geronnen ist, nimmt man Hautlotion oder eine Creme.

Waschbär und Menschen wünschen einen schönen ersten Advent mit oder ohne Weihnachtsstern!

 

20171231_134204Ob ich heute Rucola in den Salat gebe? Den haben wir auf Borkum gesehen und ich war ganz baff, dass der gar nicht wie Salat aussieht!

 

 

Mit einer Salatpflanze hat das Aussehen der Rauke oder des Rucola nicht viel gemein. An Salatblätter denkt man nicht gerade, wenn man sie sieht.

Wild wächst in Deutschland die Wilde Rauke, botanisch heißt sie auf Deutsch “Schmalblättriger Doppelsame”. Der lateinische Name ist Diplotaxis tenuifolia.

Schmalblättriges Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia)Die Wilde Rauke gehört zu den Kreuzblütlern, lateinisch heißen sie Brassicaceae. Fleißige Asterix-Leser wissen jetzt, dass das irgendwas mit Kohl zu tun hat (siehe Asterix bei den Belgiern: “Weißt Du, wohin Du Deine Brassica pflanzen kannst?”).

Nach Wirsing oder Blumenkohl sieht die Pflanze auch nicht gerade aus – das liegt daran, dass wir von den Gemüsekohlsorten die Blüten nie sehen. Aber Ihr kennt alle Raps – auch ein Kreuzblütler und damit eine Verwandtschaft der Wilden Rauke. Und dem Raps sieht die Pflanze schon sehr viel ähnlicher. Auch die Senfpflanze sieht ganz ähnlich aus.

 

14-10-_2018_15-52-44aDie Wilde Rauke ist eine kräftige Pflanze, die mehrere Jahre wächst und ab dem zweiten Jahr auch blüht. Im ersten Jahr bildet die Pflanze nur eine Blattrosette aus, wächst also ziemlich flach und niedrig am Boden. Später wird sie bis zu 70 cm hoch, hat gelbe Blüten mit vier Blütenblättern, die wie ein Kreuz angeordnet sind – das typische Merkmal aller Kreuzblütler.

 

Die Blütenblätter sind kräftig schwefelgelb, unterseits etwas heller und recht groß. Die Blüten stehen am Ende des Stiels zu einer Traube zusammen. Von Mai bis September blüht die Pflanze – oder bis zum Oktober wie in diesem Jahr.

20181005_152533aDie Blätter sind typisch Rucola – länglich mit Einbuchtungen, etwas rau beim Anfassen und mit dem scharf-würzigen Geruch und Geschmack von Rucola. Das liegt an den Senfölen, die in vielen Kohlgewächsen vorkommen.

Wild wachsende Pflanzen können bitter schmecken, sie haben eine geringe Konzentration (5 %) einer giftigen Substanz, der Erucasäure. Das ist die bei Lebensmitteln erlaubte Menge von Erucasäure. Gezüchtete Rucola-Pflanzen haben einen geringeren Gehalt an diesem Zeugs.

Wer die Wilde Rauke ernten will sollte das vor der Blüte tun. Mit der Blüte sollen die Blätter scharf und bitter werden (ich habe es noch nicht ausprobiert, aber so liest man in der Literatur). Am besten sollen die Blätter sein, wenn man nur die Rosette (also die am Boden wachsenden Blätter des ersten Jahres) erntet, bevor der Stängel austreibt. Blätter von älteren Pflanzen eignen sich als Würze – sagt man. Vielleicht als Pesto?

Neben dieser in Deutschland auch wild wachsenden Art gibt es noch die Garten-Senfrauke (Eruca vesicaria). Das ist die “klassische” Rucola-Pflanze aus Südeuropa. Sie liebt noch mehr als die Wilde Rauke die Sonne und einen sandig-lehmigen Boden.

Wie kommt die Rauke zu ihrem komischen Namen? Schmalblättrig kann ich ja verstehen – aber “Doppelsame”?

Der Schmalblättrige Doppelsame hat seinen deutschen Namen von den Früchten: wie bei allen Kreuzblütlern sind das lange schmale Schoten. Beim “Doppelsame” sitzen die Samenkörner in dieser Schote immer in zwei Reihen nebeneinander. Also doppelte Samen. Berührt man die reifen Schoten, platzen sie auf und verstreuen ihre Samen in der Gegend.

In Deutschland kann man die Wilde Rauke seit 1798 sicher nachweisen. Eigentlich kommt sie aus Süd-, Mittel- und Osteuropa. Als südliche Pflanze liebt sie Wärme und Licht, in Deutschland findet man sie auf Brachen, im Schutt und an Wegrändern.

Mit vielen Grüßen von

Waschbär und Mensch, die jetzt Salat machen – ohne Rucola

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Überall waren orangefarbene Beeren – aber die sind gar nicht lecker! Pfui, ganz sauer. Trotzdem sind alle ganz wild darauf – warum bloß? Mensch, erklär doch mal!

Richtig, die sind sauer, wenn man sie so vom Strauch pflückt und mampft. Liebe Waschbär, man muss ja auch nicht alles in die Schnute stecken!

 

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Was der Waschbär da unbedingt probieren musste, ist Sanddorn. In den Dünen leuchten im Oktober die Beeren. Die Insulaner ernten die orangenen Kugeln und machen alles mögliche daraus: Tee (natürlich, wir sind in Ost-Friesland!), Torten (auch klar, wir sind schließlich in Ost-Friesland!), Brotaufstrich (heißt der nun Marmelade oder Konfitüre? Egal, kommt auf’s Butterbrot), Saft, Likör, Hautcreme … Ein echter Tausendsassa, die knallfarbene Beere. Nur so roh vom Busch schmeckt sie nicht besonders gut.
Botanisch ist die “Beere” eine Schein-Steinfrucht, sie enthält einen einzigen Samen. Das Fruchtfleisch rundum wird von den Resten des Blütenkelches gebildet.

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Der Sanddorn blüht im zeitigen Frühjahr, so ab März beginnt die Blüte, noch bevor die Blätter austreiben. Dabei gibt es eine männliche und eine weibliche Pflanze, der Botaniker nennt das “zweihäusig”. Männlein und Weiblein haben ihr eigenes Haus, ihre eigene Pflanze.
Nur die weiblichen Pflanzen bilden später auch die Früchte – Nachwuchs kriegen immer nur die Weiblein. Darum gibt es Büsche mit Früchten und solche, die völlig ohne Früchte sind. Quasi der Papa-Busch. Ohne Nachwuchs.

Rechts ist ein männlicher Sanddorn. Hier sieht man auch schön die Behaarung. Die Zweige sind mit rötlichen Haaren bedeckt, die Blätter mit grau-weißlichen. Von unten sind die Blätter richtig filzig. Das alles dient dazu, an trockenen Standorten besser zu überleben. Haare schränken die Verdunstung ein. Dabei helfen auch die etwas eingerollten Blattränder, sie verkleinern die Blattoberfläche und der Strauch braucht nicht so viel Wasser.

Der Name Sanddorn ist Programm: er wächst auch im Sand und ist ziemlich dornig. Fast jeder Zweig endet in einem Dorn. Das Ernten ist also eine pieksige Angelegenheit. Darum machen die Borkumer es sich einfach: sie schneiden die Zweige mit den Beeren ab, stecken alles in die Gefriertruhe und schlagen später die gefrorenen Beeren von den Zweigen.

Auf den Inseln ist der Sanddorn ein Dünenbewohner. Er hilft dort mit seinem weitverzweigten Wurzelsystem den Sand festzuhalten. Im Niederländischen nennt man den Sanddorn deswegen auch “Duindoorn” (Dünendorn).

Die Beeren sind reich an Vitamin C. Hundert Gramm Sanddornbeeren haben mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen (Sanddorn hat je nach Standort und Sorte 200 bis 900 mg pro 100 g; Zitrusfrüchte kommen auf 50 bis 100 mg). Hagebutten (1250 mg) und  Acerolakirsche (1300 - 1700 mg) toppen allerdings den Sanddorn noch! Es wird auch immer wieder damit Reklame gemacht, dass Sanddorn Vitamin B12 enthält, was normalerweise nur im Fleisch vorkommt. Das stimmt zwar, aber der Gehalt ist nicht so gigantisch hoch und er kommt nicht direkt aus der Beere, sondern aus Bakterien, die auf der Haut der Beere leben.

20181004_180124Es ist schon toll, was am Wegrand alles so wächst. Sogar Rucola haben wir gefunden. Das kenne ich sonst nur aus der Salatschüssel. Aber davon mehr beim nächsten Mal.

Tschüss
sagen Waschbär und Mensch

Donau bei WindorfDie Donau ist wirklich blau! Ich habe ein Beweisfoto gemacht: blau mit kleinen weißen Wölkchen drin!

Haha! Der Waschbär hat zwar Recht, aber nur, weil sich der Himmel im stillen Altwasser bei Windorf spiegelt. Sonst ist die Donau zwar schön, aber eher schlammbraun als blau.

Am dritten Tag haben wir das Vilstal verlassen und sind auf den Donauradweg eingeschwenkt. Nur 20 km bis Passau sind wir ihn gefahren, dann ging es mit dem Zug wieder heim.

Der Donauradweg ist sicherlich einer der bekanntesten Radfernwege in Deutschland, entsprechend viele Radfahrer sind unterwegs. Es wäre schön, wenn jeder sein Velociped mit einer Klingel ausstatten würde, diese auch benutzen täte und nicht mit einem Affenzahn plötzlich auf der falschen (!) Seite überholen würde.

Jedem, der uns demnächst rechts überholt und jedem, der nicht vorher klingelt, beiße ich - der Waschbär -  ein Stück aus dem Reifen!

Donau bei WindorfBei Windorf, unserer letzten Station, ist das Fahrwasser der Donau durch mehrere Inseln unterbrochen. Sie teilen den Strom, so dass Windorf an einem ruhigen Seitenkanal liegt.

 

Eine der Inseln ist über einen Damm erreichbar und bietet einen schönen Abendspaziergang. Auwald wächst da zwar nicht mehr, aber hübsch ist es trotzdem. Schlinggewächse überdecken die Bäume, vor allem der Hopfen hangelt sich überall hoch. Hopfen windet sich im Uhrzeigersinn – also rechtsherum. Es gibt weibliche und männliche Pflanzen.

Hopfen Hopfen Hopfen

Und das kommt ins Bier? Diese komischen Puffdinger?

Diese “komischen Puffdinger” sind die weiblichen Blüten. Alle Blüten stehen zusammen in einer kleinen Ähre, jede Blüte hat am Stiel ein kleines Hochblatt. Anfangs sind diese Hochblätter ganz winzig. Wenn die Blüte befruchtet ist und die Blütenblätter abfallen, vergrößert sich das Hochblatt einer jeden Blüte. Zum Schluss sieht es aus, als wenn ein Zapfen am Ast hängt. Der Bierbrauer nennt das “Puffding” die “Hopfendolde”. Puhlt man die Blätter auseinander, sieht man in den Achseln der Blätter eine kleine Nuss – der Hopfensamen.

In den Hopfenfeldern verhindert man die Bestäubung, alle Pflanzen sind weiblich. Befruchtete Hopfendolden sollen ganz scheußlich schmecken, darum darf es keine männlichen Pflanze in der Umgebung geben. Auf den Hochblättern der verblühten Dolde bilden sich gelbe Harzkügelchen, aus denen man den Stoff Lupulin gewinnt. Lupulin dient der Haltbarmachung, als Bitter- und Aromastoff für das Bier. Je nach Hopfensorte und nach der Dauer des Mitkochens wird das Bier mehr oder weniger bitter.

Hopfendolden kann man auch nehmen, um Ungeziefer und Feuchtigkeit fernzuhalten. Das wurde früher in Bibliotheken so gemacht: getrocknete Hopfendolden wurden hinter die Bücher gelegt.

Und zu guter Letzt kann man die frischen Hopfentriebe, die im Frühjahr aus der Erde sprießen, als “Hopfenspargel” essen.

Das war es von Vils und Donau, von Gemüse und Hopfen!

Waschbär und Radfahrer sagen “Tschüss” bis zur nächsten Woche mit neuen Berichten von unterwegs!