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20190517_084147Jetzt lohnt es sich, im Auwald spazieren zu gehen. Die Bäume sind noch nicht ganz belaubt, die letzten Zugvögel sind zurück und die Vogeleltern sind mit Füttern sehr beschäftigt.

Von München aus gut erreichbar sind die Auwälder an der Donau bei Günzburg, an der Isarmündung bei Plattling und am Inn zwischen Braunau und Reichersberg.

20190518_103019Wir waren an der Donau und haben ein idyllisches Stück Auwald zwischen der Staumauer Lauingen und der Brenzmündung erkundet. Das sind zwar nur knappe 700 Meter Weg, aber wir haben zwei Stunden gebraucht!

Start ist im Ortsteil Faimingen am Kraftwerk. Vor dem Kraftwerk gibt es einen Parkplaz, die Brenzmündung liegt vom Parkplatz aus nach Osten (nach links gehen).

Zuerst haben uns die Pirole festgehalten. Über uns wurde “didlioh” gerufen, dann weiter weg, wieder näher. Trotz intensiver Suche bleiben die Sänger aber verborgen. Dann haben wir Glück: zwei gelbe Blitze schießen aus der höchsten Esche, streben eilig über die Donau und setzen sich am gegenüberliegenden Ufer in hellstem Sonnenschein auf die Spitze eines noch kaum belaubten Baumes. Goldgelb und schwarz sitzen sie sekundenlang da, dann tauchen sie in das Laub ab und wir hören nur noch “didlioh” mal von hier, mal von dort.

DSC07358_AusschnittEin paar Schritte weiter sitzt ein Schnäpperweibchen auf einem Busch und beguckt uns genauso wie wir sie. Welcher Schnäpper das ist, kann ich bei den Weibchen nicht bestimmen: Trauer- oder Halsbandschnäpper. Die Herren sind gut zu unterscheiden, die Damen leider nicht. Aber das Rätsel löst sich schnell, denn der Herr gesellt sich dazu und ist eindeutig ein wunderschöner Halsbandschnäpper. Schwarzes Käppchen und weißer Halsring, schwarze Flügel mit weißen Abzeichen im Kontrast. Allerdings sitzen beide hoch oben in den Bäumen und sind nur im Fernglas gut zu sehen.

Immer wieder fliegen sie die gleiche Stelle an und es zeigt sich schnell, dass sich in der Astgabel ein Loch verbirgt, hinter dem die Bruthöhle liegen muss. Mit Futter im Schnabel fliegen sie einen Zweig an, schauen kurz in die Runde, verschwinden im Loch und kommen kurz wieder heraus – auf zur nächsten Futterrunde.

Ficedula albicollis (Halsbandschnäpper, Männchen)Plötzlich große Aufregung: Das Männchen fliegt scharfe Attacken. Auf wen bloß? Ein Buntspecht macht sich am Nachbarbaum zu schaffen und hat den Ärger des Hausherrn hervorgerufen. Durch die lauten Rufe und die Attacken lässt er sich vertreiben.

Buntspechte sind Nesträuber und werden darum von brütenden oder fütternden Kleinvögeln nach Möglichkeit vertrieben. Wir beobachten später die Halsbandschnäpper erneut bei wütenden Angriffen, auch Kohl- und Blaumeisen sind nicht amüsiert über den Buntspecht-Besuch. Genauso wird die so viel größere Rabenkrähe angegriffen und auch ein ganz junger Star. Der kleine Kerl wird noch gefüttert und wollte sich bloß auf den Ast setzen, um auf Mama oder Papa zu warten – schon saust ein schwarz-weißer Flederwisch dicht über ihn hinweg und schimpft und zetert, was das Zeug hält! Der kleine Star hat ziemlich verdattert geguckt und sich verängstigt geduckt. Mit der schnellen Flucht klappte das noch nicht so und er musste sich hopsend und flatternd in Sicherheit bringen. Warum er da nicht sitzen sollte, wird er wohl  nicht verstanden haben.

In einer großen Weide am Wegende haben sich Kohlmeisen häuslich niedergelassen und fliegen im Minutentakt mit Raupen im Schnabel in eine Höhle. Auch hier werden hungrige Mäuler gestopft. Der Anflug geht so blitzschnell, dass kein Foto geklappt hat. Kurzes Sichern auf einem Zweig, dann ein Huschen in die Rindenspalte, Sekunden später wieder ein blauer Blitz und weg war die Meise.

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Noch ist das Walddach lichtdurchlässig, die Baumkronen sind noch nicht dicht geschlossen. In wenigen Wochen wird alles belaubt sein, das Licht wird weniger und die Vögel entdeckt man im dichten Blattwerk nicht mehr so leicht.

 

20181005_115650Im Watt gibt’s Watvögel – oder? Jein. Watvögel sind meist an Wasser gebunden, finden sich am Meer, an Seen und Flüssen, auf Mooren und Wiesen. Einige leben sogar in Halbwüsten oder Steppen. Im Watt gibt es sie besonders häufig, aber eben nicht nur. Der Name kommt auch nicht von Watt, sondern von “waten”.

Der Vogelkundler spricht von Limikolen oder Regenpfeiferartigen. Dazu zählen viele unterschiedlich aussehende Vögel: von oben links nach unten rechts Regenbrachvogel, Kampfläufer-Männchen, Kiebitz, Säbelschnäbler, Küstenseeschwalbe und Alpenstrandläufer. Und natürlich die Papageitaucher, mit denen sich der Waschbär so angefreundet hat.

Numenius phaepus (Regenbrachvogel)Philomachus pugnax (Kampfläufer)Vanellus vanellus (Kiebitz)Katinger WattEidersperrwerkSchobüll

Außerdem rechnet man Möwen dazu, alle Schnepfenvögel und die eigentlich Regenpfeifer. Das geht also von ganz klein bis ziemlich groß (der Temminckstrandläufer ist mit 13 cm Länge gerade mal so groß wie eine Kohlmeise und der Große Brachvogel ist mit rund 47 cm Länge so groß wie eine Rabenkrähe) und von Kurzhufer (2 cm Beinlänge beim Zwergstandläufer) bis langbeinig (die Uferschnepfe kommt auf 7 cm Beinlänge).

Gebrütet wird üblicherweise einfach in einer Bodenmulde. Loch gescharrt, vielleicht ein paar Steinchen zurechtgerückt oder Muschelschalen zu Deko ausgelegt – fertig ist das spartanische Nest.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind Watvogel-Küken Nestflüchter, was bei der ungemütlichen Nestgestaltung nicht zu verdenken ist. Kaum aus dem Ei, rennen sie schon los und futtern, was das Zeugs hält. Wer im Frühjahr Urlaub an der Nordsee macht, kann das sehr schön beobachten: Kiebitz-Küken wandern auf unglaublich langen Beinen in den Wiesen und wie kleine Wattebäusche sausen Regenpfeifer-Küken auf dem Sandstrand umher. Mama und Papa sind aber immer in der Nähe und versuchen mit viel Lärm und Scheinangriffen den störenden Menschen zu vertreiben.

Limikolen sind in der Regel Zugvögel und viele davon Langstreckenflieger. Wenn sie bei uns an der Nordseeküste im Watt Station machen haben einige viele tausend Kilometer Flugstrecke hinter sich und manch einer eine genauso lange Strecke noch vor sich. Uferschnepfen fliegen zwischen Winterquartier und Brutgebiet 4.500 km, die nahe verwandten Pfuhlschnepfen bringen es je nach Brutgebiet auf die doppelte Länge: der Rekord einer Pfuhlschnepfe liegt bei 11.000 km! Und das ist die Pfuhlschnepfe mit dem amtlichen Kennzeichen E7 nonstop geflogen (Weltrekord von E7). Pfuhlschnepfen sind in etwa so groß wie Straßentauben, für so einen kleinen Vogel eine veritable Leistung.

Weltenbummler sind auch die Knutts, pummelige amselgroße Limikolen, die im hohen Norden brüten. Knutts brüten in Kanada und Sibirien und überwintern an der Südspitze Südamerikas bzw. Südafrikas. In beiden Fällen sind 15.000 km einfach zu überwinden. Der älteste bisher dokumentierte wildlebende Knutt war 25 Jahre alt, er ist also 25 Jahre lang pro Jahr 30.000 km geflogen! Und das bei einem Gewicht von 220 g (zur Zugzeit, in der übrigen Zeit wiegt er nur die Hälfte).

Da Limikolen zwar am Wasser leben, aber nicht auf dem Wasser ausruhen können, müssen sie über dem Meer entweder Inselhopping machen oder nonstop fliegen. Dazu brauchen sie große Fettreserven und die fressen sie sich zum Beispiel im Wattenmeer an. Darum ist es auch so wichtig, dass man die Vögel nicht aufstört. Bei jeder panischen Flucht verbraucht der Vogel genau die Energie, die er sich mühsam angefressen hat und die ihm nachher fehlt.

Andere, wie der Große Brachvogel, ziehen nicht so weit. Sie brüten in Skandinavien oder auf Island und überwintern im Wattenmeer der Nordsee. Wird es zu kalt, weichen sie nach Frankreich oder Spanien aus.

 

20190501_090000Wir waren in Nordfriesland und haben den Zugvögeln zugeguckt. Der Waschbär konnte leider bei dem Wind nicht aus dem Rucksack raus – er wäre sonst ein Flugbär geworden. Sein Bericht kommt also jetzt aus dem Hintergrund (oder besser aus dem Untergrund).

Typisch für Nordfrieslands Küste sind neben dem Watt die Köge, Einzahl “der Koog”. Der größte ist mit über 10.000 Hektar der Gotteskoog ganz nah an der dänischen Grenze. Wer mit dem Zug oder Auto nach Sylt will, fährt südlich am Gotteskoog vorbei, Niebüll ist der südlichste Punkt des Gotteskoogs.

Ein Koog ist das “Land vor dem Deich”, in Ostfriesland heißt es Polder. Durch Deichbau und anschließende Entwässerung gewinnt man flaches Marschland. Mit der Trockenlegung sackt der Boden zusammen, so dass das Land im Koog oft unter dem Meeresspiegel liegt. Es muss ständig über Siele, Vorfluter oder Schöpfwerke entwässert werden.

Früher diente die Eindeichung zuerst dem Schutz vor der Nordsee und dann der Landgewinnung, Köge wurden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Das wird sehr eindrücklich im “Schimmelreiter” von Theodor Storm beschrieben.

Auffliegende WeißwangengänseHeute stehen die Köge im Zeichen des Küsten- und Vogelschutzes. Sie sind wertvolle Rast- und Ruheplätze für viele Wasser- und Watvögel. Rechts sieht man einen Schwarm  Weißwangengänse über dem Beltringhardener Koog.

Auch der Gotteskoog hat so eine Entwicklung genommen: Küstenschutz, Landgewinnung, Naturschutz.

Bereits um 1500 wurde das Land südlich von Tondern eingedeicht, mehrere damals bereits bestehende Halligen wurden einbezogen und der Deich bis Niebüll gezogen. Über fünfzig Jahre bauten die Bewohner an einer mehr als zehn Kilometer langen Deichlinie. Deichbrüche vernichteten immer wieder die mühsame Arbeit, Salzwasser machte das gerade urbar gemacht Land wieder zunichte. Im 18. und 19. Jahrhundert konnte das Land zwar gesichert werden, aber im Winter stand alles unter Wasser und die einzelnen Dörfer und Höfe lagen isoliert auf erhöhten Warften wie heute noch die Halligen.

20190427_092030Ab 1928 begann die Trockenlegung, 1935 wurden die ersten Schotterstraßen in dem Gebiet gebaut – aber immer noch war das Land mit nur wenigen Familien besiedelt. Nach 1950 konnte das Wasser soweit abgesenkt werden, dass Landwirtschaft möglich war. Die Deiche wanderten weiter nach Westen; der letzte Schutzdeich wurde gemeinsam von Dänemark und Deutschland 1980 gebaut und schützt heute westlich vom Gotteskoog den Rikkelsbüller Koog.

Im Gotteskoog machten sich bereits 1930 gravierende Umweltschäden bemerkbar: das Wasser war nicht mehr gut genug, um für Mensch und Tier als Trinkwasser zu dienen; Pflanzen und Tiere verschwanden; die Fische wurden weniger. In der Bevölkerung kam Unruhe auf, weil das Gebiet zunehmend karger und unwirtlicher wurde und viele Menschen die Vögel und Blumen vermissten. Was der Maler Nolde noch als bunte Wiesen kannte, war innerhalb weniger Jahre zu einer ausgeräumten Landschaft geworden. Örtliche Gruppen setzten sich für den Schutz und die Wiedervernässung ein, 1982 wurde das Gebiet weiträumig unter Schutz gestellt.

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Heute sind Ödlandflächen renaturiert, ein See wurde wieder aufgestaut und bietet Rohrdommeln und Blaukehlchen Schutz, der Seeadler brütet hier und der Kolkrabe dreht seine Runden. Weitgehend unzugänglich kann sich Flora und Fauna ungestört entwickeln.

Das Schilf, das hier in großen Beständen wächst, wird geerntet und für die friesischen Rieddächer verwendet.

Zum Gotteskoogsee kommt man aus Richtung Niebüll nach Klanxbüll fahrend. Dann geht es über die K106 in Richtung Aventoft. Irgendwann biegt links ein Sandweg ab (den man aber mit dem Auto fahren darf), ein Schild weist zur Informationshütte. Nach einigen hundert Metern ist eine Schranke, vor dem man parken kann. Auf dem Sandhügel gibt es eine Informations- und Beobachtungshütte (die aber leider verschlossen war). Einige Informationstafeln an der Außenseite geben Auskunft über die Geschichte des Gotteskooges.

Eine Beschreibung finden Sie hier: PDF Erlebnistouren Nordfriesland

10 km lang, 7 km breit, rund 5.200 Einwohner (und gefühlt mindestes doppelt so viele Touristen) – groß ist das Inselchen wirklich nicht. Trotzdem hat Borkum ein paar Besonderheiten: die westlichste der ostfriesischen Inseln, die am weitesten westlich liegende Stadt von Niedersachsen und die Insel mit dem größten Artenreichtum aller ostfriesischen Inseln. Letzteres war der Anlass, Borkum zu besuchen. Der Reiseveranstalter birdingtours aus Freiburg bietet jeweils im Oktober eine Vogelbeobachtungstour auf Borkum an.

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Ausgerüstet mit Leihrädern sind elf Teilnehmer plus Waschbär plus Tobias Epple (unser birdingtour-Führer) kreuz und quer über die Insel gefahren. Sturm, schwarze Wolken und Regen an den ersten beiden Tagen, dann blauer Himmel und zunehmend höhere Temperaturen – alles war geboten.

02.10.2018aDie Anreise geht von Emden mit der Fähre,  natürlich immer über Wasser und nicht über Land. Da hat sich Google ganz schön verguckt. Es gibt die Wahl zwischen zwei Stunden Fähre oder einer Stunde Katamaran. Ich war auf der Fähre, den Katamaran hätte ich sowieso nicht nehmen können, weil er kaputt war. Vor der Überfahrt braucht niemand bange sein, die Fähre ist riesig und liegt wie ein Brett auf dem Wasser. Da schaukelt gar nix.

Meinen Koffer hatte ich per Bahnkurier vorgeschickt. Das hat geklappt, war aber mit etwas Sorgen verbunden. Geliefert werden sollte der Koffer am Montag, ich bin allerdings erst am Dienstagmorgen angereist. Laut Nachverfolgung war mein Koffer da noch immer in Wilhelmshaven – zum Glück kam er dann zeitgleich mit mir an. Einen Tag zu spät laut Bestellung, aber pünktlich mit mir. Naja.

20181002_171653Am ersten Tag musste ich den Waschbären noch gut festhalten, damit er nicht verweht wurde. Es war ganz schön stürmisch! Und kalt! Mütze, Schal, Handschuhe – ich habe die ganze Palette gebraucht.

Gesehen haben wir am ersten Tag vor allem Hochseevögel: Silbermöwen, Basstölpel, Eiderenten und Brandseeschwalben. Ganz in der Ferne hat sich ein Sterntaucher gezeigt und auf der Sandbank haben Seehunde und Kegelrobben geschlafen. Was will man bei so einem Schietwetter auch anders tun als schlafen!

20181004_113645Aber am nächsten Tag war ich schon mutiger und bin aus dem Rucksack gekrabbelt! So schöne Möwenfedern lagen überall am Strand rum, da musste ich doch glatt mal Indianer spielen.

Ab dem zweiten Tag wurde das Wetter wesentlich besser und wir haben am Flugplatz, am Tüskendörsee und auf den Deichen viel beobachten können.

Borkum ist sehr gut mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Wege sind befestigt, so dass man überall angenehm fahren kann. Aber: die Wege sind oft schmal und fahrradsicher sollte man schon sein! Wir hatten Leihräder, unsere Spektive und Stative hat Tobias mit einem Fahrradanhänger transportiert. Unsere Tagestouren waren zwischen 17 und 30 km lang, mit einer Mittagspause im Inselinnern oder am Hafen. Die Kuchenesser waren alle begeistert von Sanddorntorten und einige haben auch Sanddorn-Buttermilch gelobt.

Im Oktober sind viele Watvögel (Limikolen) auf dem Weg vom hohen Norden in südlichere Winterquartiere und fressen sich im Watt noch mal so richtig voll. Kiebitz- und Goldregenpfeifer, Steinwälzer und Pfuhlschnepfen, Große Brachvögel und Alpenstrandläufer, Rot- und Grünschenkel und und und.

Watvögel (u. a. Rotschenkel) und Ringelgänse

DSC06652 Ringelgänse

DSC06626 Steinwälzer

Austernfischer und ein Steinwälzer

Von den Deichen kann man sehr schön beobachten, braucht aber ein gutes Fernglas und am besten ein Spektiv. Mit freiem Auge seht Ihr nur, dass da was am Strand rumwuselt, aber Vogelarten erkennen kann man nicht. Ein Fernglas mit einer Vergrößerung von 10 zeigt da schon etwas mehr, besser ist aber wirklich ein Spektiv. Wer nur mal gucken will und sich nicht gleich in Unkosten stürzen möchte, sollte geführte Vogelgucker-Touren mitmachen. Auf den Inseln bietet der Nabu immer geführte Touren an.

Neben den Wat- und Wasservögeln machen zur Zugzeit auch kleine Singvögel hier Station. Die Inseln sind “Trittsteine” auf dem weiteren Weg. Als Besonderheit konnten wir einen Gelbbrauen-Laubsänger beobachten, der in Sibirien brütet und nur ausnahmsweise so weit nach Westen fliegt. Der kleine Kerl hat quietschfidel in Sträuchern nach Insekten gesucht.

DSC06766aMein persönliches Highlight war eine Ohrenlerche – auch sie ist ein hochnordischer Gast. Das Vögelchen war nicht besonders scheu und ist eine ganze Weile vor uns auf dem Deich herumgetrippelt. Leider war sie so emsig und ständig in Bewegung, dass ich kaum ein scharfes Foto von ihr bekommen habe. Im Prachtkleid (also im Führjahr, wenn sie auf Brautschau geht) hat die Ohrenlerche noch zwei schwarze Federohren, die nach oben wegstehen. Jetzt verzichtet sie darauf und zeigt sich eher schlicht.

20181005_115650Ich habe auch neue Freunde gefunden. Robben und Delfine und komische Vögel mit roten Nasen.

Die rotnasigen Vögel gibt es allerdings nur in Plüsch auf Borkum, das sind Papageitaucher. Die gibt es hier nicht.

Zurück ging es am Sonntag mit der Inselbahn zur Reede und von dort mit der Fähre wieder zurück nach Emden.

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Die Inselbahn ist genau auf die Abfahrt von Fähre oder Katamaran abgestimmt und im Preis bereits enthalten. Wenn auf dem Abfahrtplan steht, dass die Fähre um 10:30 Uhr geht, dann ist gemeint, dass die Inselbahn zu diesem Zeitpunkt abfährt.

So, das ist der erste Eindruck von Borkum. Es gibt noch mehr zu berichten – Fortsetzung folgt!

Bis dahin viele Grüße von
Waschbär und Mensch

20180720_092447Mauersegler und Kuckuck sind schon wieder in Afrika. Die Schwalben ziehen auch bald weg. Ob auch alle Stockenten-Herren auch den Koffer gepackt haben und nach Mallorca geflogen sind? Ballermann und so? Ich hab jedenfalls schon lange keine mehr gesehen! Mensch, wo sind die alle?

Stockenten und Stockerpel ziehen höchstens von einem Teich zum nächsten, sie sind keine Zugvögel. Aber der Waschbär hat trotzdem recht, dass er in den letzten Monaten keine Stockerpel mehr gesehen hat – sie waren allerdings nicht “wech”, sondern nur inkognito.

Reichersberger AuSo schön bunt sind die “Herren Stockente” im Prachtkleid: grün schillernder Kopf, weißer Halsring, kastanienbraune Brust. Diese schöne Kleid verlieren die Erpel ab Mai, sie mausern in das Schlichtkleid, das sie bis ungefähr Ende August behalten. Jetzt fangen sie langsam wieder an, in das Prachtkleid zu wechseln.

Solange die Erpel im Schlichtkleid sind, sehen sie wie die weiblichen Enten aus – braun gemustert. Im Schlichtlassen lassen sie sich gut durch den gelben Schnabel vom Weibervolk unterscheiden. Die Ente (unten links auf dem Foto) hat immer einen grauen Schnabel, in jedem Kleid. Der Erpel (rechts) hat in jedem Kleid einen gelben Schnabel.

StockenteStockente, Stockerpel

 

 

Stockente, StockerpelManchmal sieht man auch im Schlichtkleid die “Locken” des Erpel – gebogene Federn am Schwanz.

 

 

Beide Geschlechter haben in Schlicht- und im Prachtkleid einen schönen blauen “Spiegel”, daran kann man Stockenten gut von anderen Enten unterscheiden.

 StockenteStockente

Die Stockerpel sind also in den letzten Monaten immer noch da gewesen, aber sie waren von den Enten kaum zu unterscheiden. Das ändert sich jetzt wieder und in wenigen Wochen sieht man wieder überall die prächtig gefärbten Stockerpel.