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Krokusse im Herbst?

Herbstzeitlose2Jetzt muss ich mir die Augen reiben: alles voller Krokusse! Es ist doch noch nicht Ostern! Mein Mensch sagt, das sind “Herbst-Zeitlose”. Die sehen aber wie Krokusse aus. Mensch, erklär doch mal den Unterschied!

 

 

HerbstzeitloseWieseAuf unserer Radltour am Chiemsee waren wir wirklich überwältigt: Wiesen voller Herbst-Zeitloser. Meistens blühen sie blass-violett, aber es gab auch vereinzelte Blüten in weiß.

 

 

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Der Waschbär ist nicht der einzige, der sie mit Krokussen verwechselt – sie sehen sich schon sehr ähnlich!

Der Unterschied ist erst mal die Zeit, in der sie blühen: Krokusse blühen hauptsächlich im Frühjahr, nur wenige Arten blühen im Herbst. Die einzige in Deutschland heimische Krokus-Art ist der Frühlingskrokus (Crocus vernus), die im Frühjahr in den Alpen und Voralpen und im südlichen Schwarzwald blüht.

KrokusseAlle anderen Krokusarten, die wir im Frühling bei uns sehen, sind Gartenpflanzen, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, dem Balkan und Kleinasien stammen.

Der Krokus blüht hell- oder dunkelviolett, gelb oder weiß. Die Blätter erscheinen mit der Blüte, sind wie ein Gras schmal und spitz und haben meistens einen hellen Mittelstrich.

 

Die Blütenblätter der Krokusblüte sind abgerundet, stehen dicht zusammen und sehen einer kleinen Tulpenblüte recht ähnlich. Der dicke gelbe Griffel schaut weit nach oben heraus. Aus dem Griffel einer speziellen Krokusart wird Safran gewonnen (Ihr wisst schon: Safran macht den Kuchen gehl …).

Herbstzeitlose1Die Herbst-Zeitlose ist in ganz Europa heimisch und kommt im Norden bis Irland, im Süden bis Nordspanien und Mittelitalien vor. Als verschleppte Pflanze kommt sie auch in Neuseeland und Nordamerika vor. Sie blüht bei uns im Herbst (wie der Name ja schon sagt). Während der Blüte sieht man keine Blätter, die kommen erst im Frühjahr.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blühen auch hell- oder dunkelviolett, selten weiß oder rosa. Die Blütenblätter sind schmal und stehen weit auseinander. Dadurch scheint die Blüte weit geöffnet.

Der Blütenstiel ist gespenstisch weiß, weil die ganze Pflanze zur Zeit der Blüte gar keine Photosynthese betreibt – grüne Teile fehlen völlig. Sie blüht, bildet Samen und fällt dann in den Winterschlaf. Erst im Frühjahr kommen die Blätter (ohne Blüte!)  und versorgen die unterirdische Zwiebel mit Nährstoffen.

Herbstzeitlose4Auffallend  sind während der Blüte die gelben Staubbeutel; die weißen Griffel sind zwar so lang wie beim Krokus, fallen aber kaum auf, weil sie weiß und dünn sind.

Krokus und Herbst-Zeitlose sind beide Knollenpflanzen so wie Tulpe und Narzisse. Krokusse gehören zu den Schwertlilien und werden in die Verwandtschaft der Spargelartigen gezählt (was nicht heißt, dass man Krokus futtern kann!); die Herbst-Zeitlose gehört zu den Zeitlosen und damit in die weitere Verwandtschaft der Lilien. Und Herbst-Zeitlose darf man schon gar nicht futtern!

poison_bottle_fumes_1600_clr_12182Herbst-Zeitlose sind stark giftig für Mensch und Tier. Also: angucken, nicht reinbeißen. Und beim Sammeln von Bärlauch-Blätter im Frühling gut hingucken! Blätter von Herbst-Zeitloser und Maiglöckchen sehen den Bärlauchblätter sehr ähnlich, sind aber beide giftig!

 

Ein Bericht über die kleine Chiemsee-Radl-Runde folgt noch – bis dahin

viele Grüße von Waschbär und Mensch!

 

 

 

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