Springe zum Inhalt

20181005_115634Wisst Ihr, dass ein Feuerschiff gar nichts mit der Feuerwehr zu tun hat? Keine Feuerwehrschläuche und keine Feuerwehr-Matrosen an Bord! Zur Entschädigung habe ich ein paar plüschige Freunde kennengelernt.

 

 

20181005_120949Das Feuerschiff “Borkumriff” im Borkumer Hafen hat seinen Namen nicht von “Feuerwehr”, sondern von “Leuchtfeuer”. Darum konnte der Waschbär auch keine Feuerwehr-Matrosen entdecken. Den Leuchtturm auf dem Schiff sieht man aber schon von weitem.

Feuerschiffe sind mobile Leuchttürme, die vor der Küste ankerten, um problematische oder gefährliche Stellen zu sichern. Die “Borkumriff” lag genau dort vor Anker: am Borkumriff. Das ist ein Meeresgebiet nördlich von Borkum mit Sandbänken und kleinen Riffgebieten.

Große Schifffahrtsstraßen führen hier entlang, unter anderem die Zufahrt in die Ems. Heute werden die Schiffe sicher mit Radar und GPS geleitet, früher waren die Seezeichen wichtig. Die Schiffe konnten von dieser Stelle aus den Leuchtturm auf Borkum noch nicht sehen und sich darum nicht sicher orientieren. Und irgendwie blind herumschippern, um die Emsmündung zu suchen, war auch nicht der Hit. Also hat man ein Schiff fest verankert und mit einem Leuchtturm versehen: hier bitte geht’s zur Emsmündung.

20181005_124232Später, als es schon Radar gab, hat man auf dem Feuerschiff die Schiffe geortet, die entweder in Ost-West-Richtung oder umgekehrt fuhren und sie sicher aneinander vorbeigeleitet. Die Feuerschiff-Besatzung konnte sich im Notfall bei einem hartnäckigen Falschfahrer lautstark bemerkbar machen, Feuerschiffe haben die lautesten Schiffssirenen, die man sich vorstellen kann.

Bei einem Hamburger Hafengeburtstag hat die “Borkumriff” ein Kreuzfahrtschiff begrüßt. Sehr laut. So laut, dass sie anschließend von der Stadt Hamburg einen Strafzettel wegen ungebührlichen Radaus bekommen haben. Ganz Hamburg konnte die Schiffssirene hören. Was zugegeben sehr laut gewesen sein muss.

Die jetzt als Museum dienende “Borkumriff” war das letzte aktive Feuerschiff. Gebaut wurde sie 1955 und war bis 1988 in Betrieb. Am 15. Juli 1988 ist das Feuer erloschen und das Schiff schipperte in den Borkumer Hafen, wo sie jetzt festliegt. Es war das letzte aktive Feuerschiff in Deutschland.

Im Feuerschiff ist das auch das Informationszentrum Wattenmeer untergebracht mit interessanten Schautafeln und Erklärungen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Das war’s von Borkum, demnächst berichtet Euer Waschbär wieder aus Berlin!

Bis dahin viele Grüße von Waschbär und seinem Menschen

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Überall waren orangefarbene Beeren – aber die sind gar nicht lecker! Pfui, ganz sauer. Trotzdem sind alle ganz wild darauf – warum bloß? Mensch, erklär doch mal!

Richtig, die sind sauer, wenn man sie so vom Strauch pflückt und mampft. Liebe Waschbär, man muss ja auch nicht alles in die Schnute stecken!

 

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Was der Waschbär da unbedingt probieren musste, ist Sanddorn. In den Dünen leuchten im Oktober die Beeren. Die Insulaner ernten die orangenen Kugeln und machen alles mögliche daraus: Tee (natürlich, wir sind in Ost-Friesland!), Torten (auch klar, wir sind schließlich in Ost-Friesland!), Brotaufstrich (heißt der nun Marmelade oder Konfitüre? Egal, kommt auf’s Butterbrot), Saft, Likör, Hautcreme … Ein echter Tausendsassa, die knallfarbene Beere. Nur so roh vom Busch schmeckt sie nicht besonders gut.
Botanisch ist die “Beere” eine Schein-Steinfrucht, sie enthält einen einzigen Samen. Das Fruchtfleisch rundum wird von den Resten des Blütenkelches gebildet.

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)Der Sanddorn blüht im zeitigen Frühjahr, so ab März beginnt die Blüte, noch bevor die Blätter austreiben. Dabei gibt es eine männliche und eine weibliche Pflanze, der Botaniker nennt das “zweihäusig”. Männlein und Weiblein haben ihr eigenes Haus, ihre eigene Pflanze.
Nur die weiblichen Pflanzen bilden später auch die Früchte – Nachwuchs kriegen immer nur die Weiblein. Darum gibt es Büsche mit Früchten und solche, die völlig ohne Früchte sind. Quasi der Papa-Busch. Ohne Nachwuchs.

Rechts ist ein männlicher Sanddorn. Hier sieht man auch schön die Behaarung. Die Zweige sind mit rötlichen Haaren bedeckt, die Blätter mit grau-weißlichen. Von unten sind die Blätter richtig filzig. Das alles dient dazu, an trockenen Standorten besser zu überleben. Haare schränken die Verdunstung ein. Dabei helfen auch die etwas eingerollten Blattränder, sie verkleinern die Blattoberfläche und der Strauch braucht nicht so viel Wasser.

Der Name Sanddorn ist Programm: er wächst auch im Sand und ist ziemlich dornig. Fast jeder Zweig endet in einem Dorn. Das Ernten ist also eine pieksige Angelegenheit. Darum machen die Borkumer es sich einfach: sie schneiden die Zweige mit den Beeren ab, stecken alles in die Gefriertruhe und schlagen später die gefrorenen Beeren von den Zweigen.

Auf den Inseln ist der Sanddorn ein Dünenbewohner. Er hilft dort mit seinem weitverzweigten Wurzelsystem den Sand festzuhalten. Im Niederländischen nennt man den Sanddorn deswegen auch “Duindoorn” (Dünendorn).

Die Beeren sind reich an Vitamin C. Hundert Gramm Sanddornbeeren haben mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen (Sanddorn hat je nach Standort und Sorte 200 bis 900 mg pro 100 g; Zitrusfrüchte kommen auf 50 bis 100 mg). Hagebutten (1250 mg) und  Acerolakirsche (1300 - 1700 mg) toppen allerdings den Sanddorn noch! Es wird auch immer wieder damit Reklame gemacht, dass Sanddorn Vitamin B12 enthält, was normalerweise nur im Fleisch vorkommt. Das stimmt zwar, aber der Gehalt ist nicht so gigantisch hoch und er kommt nicht direkt aus der Beere, sondern aus Bakterien, die auf der Haut der Beere leben.

20181004_180124Es ist schon toll, was am Wegrand alles so wächst. Sogar Rucola haben wir gefunden. Das kenne ich sonst nur aus der Salatschüssel. Aber davon mehr beim nächsten Mal.

Tschüss
sagen Waschbär und Mensch