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Tiergarten in Berlin

20181024_093015Ich melde mich aus Berlin, der Stadt der Bären. Mein Mensch kann nicht so richtig - sie schnupft und schnieft und will nicht raus.
Also muss ich ran: Hier gibt es einen Großen Tiergarten und ich wollte natürlich die Tiere sehen! Gibt aber keine, nur Bäume. Ja, wieso heißt das dann Tiergarten? Mensch, erklär doch mal!

Von oben aus dem 16. Stock am Potsdamer Platz sieht man die Bäume im Tiergarten - eine ziemlich ausgedehnte Waldfläche mitten in der Stadt. Tiere gibt es hier auch, die sind wahrscheinlich alle schnell abgehauen, als der Waschbär kam: Blau- und Kohlmeisen, Spechte, Eichhörnchen …

Ursprünglich lag der heutige Große Tiergarten vor den Toren der wachsenden Stadt Berlin und war das Jagdrevier der Kurfürsten von Brandenburg. Es gab Rehe und Hirsche und Wildschweine. Zäune verhinderten, dass die Tiere sich auf den Äckern der umliegenden Dörfer sattfraßen.

Unter Friedrich I. schlug man eine breite Schneise von der Allee “Unter den Linden” zum neuen Schloss Charlottenburg. Schnurgerade zieht sich noch heute die Straße-des-17.-Juni bis zum Großen Stern mit der Siegessäule.

Da Friedrich der Große kein Jäger war, ließ er die Zäune abbauen und wies seinen Architekten an, aus dem Jagdrevier einen Erholungspark für die Berliner zu machen. Das war im Barock - das war die Zeit der Labyrinthe und Zierteiche, der geometrischen Blumenbeete und der Skulpturen.

Aber auch der Zoo hat hier seine Keimzelle. Es wurde eine Fasanerie angelegt mit Pfauen und anderen kleinen exotischen Tieren. Später entstand daraus der Zoologische Berlin.

Tiergarten  hat also seine Berechtigung, auch wenn heute ein “Tiergarten” ein “Zoo” ist und kein Park.

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