Februar 2026

Panik

Grau spannte sich der Himmel über dem Wattenmeer, träge schlugen die Wellen der Nordsee gegen den Deich. Pfuhlschnepfen, Knutts, Große Brachvögel und Säbelschnäbler sammelten sich hinterm Deich an den kleinen Seen und Tümpeln. Scharen von Grau- und Weißwangengänsen ästen auf den Wiesen, hier und da mischte sich ein kleiner Trupp Ringelgänse darunter. Auch die großen dunklen Saatgänse und ein paar Blässgänse standen in den Wiesen.

Es war friedlich. Die junge Graue äste mit ihrer Familie inmitten der Scharen, schnatterte leise ihr „Ich bin hier, wo seid ihr?“, lauschte auf das gleichförmige Geschnatter um sich herum. „Wir sind hier,“ das waren die Geschwister. Ein Kiebitz flog mit hellem „Kiwitt“ auf, sie sah auf, er landete aber gleich wieder. Keine Gefahr. Sie schritt weiter, zupfte Gras, beobachtete die Eltern, die Geschwister. „Wir sind hier, wo seid ihr?“ Keine Gefahr.

Urplötzlich stieg der Schrei hoch in den Himmel „Gefahr! Gefahr! Fliegt! Fliegt! Fliegt!“. Schwingen rauschten, Federn stoben um sie her, es riss sie mit, sie flog, sie schlug die Flügel und schrie „Gefahr! Fliegt! Gefahr!“. Ihr Herz raste, das Blut pochte in ihren Ohren, sie rang nach Atem. Nur fliegen war wichtig. Flucht war ihr einziger Gedanke. Hektische Flügelschläge streiften sie, die „Gefahr!“-Rufe gellten. Wo? Wo war die Gefahr? Sie sah nichts, sie flog mit den anderen. Wohin? Wohin flohen sie? Egal, nur Flucht, hinein in den dichtesten Pulk. Nicht die Scharen verlieren, nicht an den Rand geraten, nicht alleine, nicht alleine, nicht alleine. Die Graue flog inmitten der anderen Scharen, Fremde, flüchtig ein bekanntes Rufen, vorbei, weiter. 

Ein Schatten raste am Rande vorbei. Groß, braun, mit hellem Hals und hellem Kopf, die gelben Beine mit den grausamen Krallen nach vorne ausgestreckt. Der gelbe Schnabel blitzte. Sie hörte sich schreien, wusste aber nicht, was sie schrie. Dann war es vorbei, der Adler war verschwunden, gelandet. Hatte er getötet? Sie wusste es nicht. Sie floh weiter, hielt sich dicht an die anderen. Nicht alleine fliegen, nicht alleine fliegen, hämmerte es ihren Gedanken. Flieg, bleib bei den anderen, nicht alleine, nicht alleine, nicht alleine.

Vorbei. Die Schreie wurden weniger, ruhiger, leiser, die Flügel schlugen langsamer, sie kreisten. Die Graue sah sich um, nur Fremde um sich her. Sie ängstigte sich, wo war ihre Schar? Wo waren Mutter, Vater, die Geschwister? „Ich bin hier! Wo seid ihr?“ Leise erst, dann drängend, sie riefen alle ihre Scharen. „Wo seid ihr?“ Und zögernd kamen die Antworten „Ich bin hier! Ich bin hier!“

Auch die Graue rief und bekam endlich Antwort. „Hier! Wir sind hier! Wo bist Du?“ Glücklich stürzte sie auf die Geschwister zu, am Rande eines Sees landeten sie. Das Wasser spritzte auf, noch beobachteten sie voller Angst den grauen Himmel. Mit gestreckten Hälsen riefen sie nach oben weiterhin ihr „Wir sind hier! Wo seid ihr?“ Die Eltern und einige der Geschwister fehlten. Unermüdlich riefen sie und endlich kam die Antwort. „Hier, wir sind hier!“ Platschend landeten die beiden Alten mit den restlichen Jungen. Alle waren heil und gesund, der Schreck verblasste mit dem beruhigenden Schnattern „Wir sind alle hier!“.

Hunger

In ihren Eingeweiden wühlte der Hunger. Kläglich hatte sie nach ihren Eltern gerufen, aber die hatten sie vertrieben. Ängstlich und verschreckt war sie geflüchtet, hatte den beiden Alten verständnislos nachgesehen. Ja, sie hatten sie gelehrt, den Vogel aus dem Schwarm zu jagen und ihn zu erbeuten. Sie hatten vorgemacht, wie sie den Fisch aus dem Wasser zogen und den hakenschlagenden Hasen zur Strecke brachten. Sie hatte zugeschaut, hatte gelernt, sich angestrengt und manchmal auch Erfolg gehabt. Stolz rupfte sie ihren ersten Kiebitz. Aber immer gab es noch Atzung von den Alten, abends war sie satt in den Schlaf gefallen. Bis sie sie vertrieben hatten.

Ihre Jagden waren erfolglos, Vögel stoben auseinander und sie konnte sich nicht konzentrieren. Welchen musste sie packen? Weg waren sie alle! Der Hase schlug Haken, sprang hoch in die Luft, dreht sich zu ihr um und schlug nach ihr! Erschrocken stoppte sie den Angriff. Sie fand einen toten Fisch, fraß davon und war nicht wirklich satt.

Eine tote Taube lag auf einem schwarzen Band, die Mutter hatte gewarnt vor diesen schwarzen Flächen. „Friss nicht, was da liegt! Es gibt schnelle Tiere, die dort lauern. Sie töten dich.“ Lange beäugte sie die Taube und gerade als sie entschlossen war, die Taube zu fressen, raste ein glänzendes Tier heran. Es kreischte und kam mit mächtigem Wind daher. Nein, das ließ sie lieber sein. Sie flog auf und kreiste hoch über den Wiesen.

Unter ihr sah sie die Vogelscharen, die sich vor der Flut auf die Wiesen gerettet hatten. Sie sah auf der Wiese die großen, kräftigen Gänseeltern, die wachsam ihre Jungen im Auge hatten; sie sah die kleinen Knutts und Kiebitze am Ufer des Sees hinterm Deich. Immer noch kamen kleine Trupps von der See her angeflogen und ließen sich im schlammigen Ufer oder auf den Wiesen nieder.

Sie beobachtete, erinnerte sich an die Lehren der Alten: suche den Schwachen, finde den ohne Familie. Sie suchte und fand eine junge Ringelgans am Rand der Scharen. Die Gans hinkte etwas, hielt sich abseits, blieb alleine. Konzentriert rief sie sich alles in Erinnerung, was sie gelernt hatte: den ganzen Schwarm aufscheuchen, diese eine nicht aus den Augen lassen. Wohin sie sich auch wendet, verliere sie nicht und dann stoße auf sie herunter, nur auf sie, nur auf diese eine.

Höher schraubte sie sich, höher, damit sich alle in Sicherheit wiegten. Konzentriere Dich! Diese eine, nur diese eine! Wenn Du sie nicht schlägst, wirst Du vor Hunger sterben. Du musst! Dieses Mal musst Du erfolgreich sein.

Und die junge Seeadlerin konzentrierte sich auf diese eine Ringelgans, geschwächt, alleine. Sie ließ sich fallen, raste dem Erdboden zu. Der Schrei „Gefahr! Fliegt! Fliegt!“ stieg hoch zu ihr. Flügel rauschten, Gänse und andere Wasservögel stoben hoch, dichte Pulks um sie herum. Nicht denken! Nur die eine, die eine am Rand. Die Adlerin ließ sie nicht aus den Augen, sie sah nichts anderes, sie hörte nichts anderes, die eine, die eine. Sie streckte die Krallen vor und prallte gegen die geschwächte junge Ringelgans. Überschlagend landeten sie auf der Wiese. Die Adlerin breitete ihre mächtigen Schwingen über der Beute aus.

Kindertage einer Graugans (3)

Rømø

Aber schließlich war auch die neugierigste aller jungen Gänse müde und suchte ihre Familie. Sie schlief tief und fest, dicht an ihre Geschwister gedrängt und träumte: von dem Flug über die große Stadt der Menschen, von  Eisbären und Klippen und der endlosen, baumlosen Tundra. Am nächsten Morgen wachte sie auf und musste erst lange überlegen, wo sie war. 

„Heute fliegen nur ein kurzes Stück“, erklärte Vilja. „Wir fliegen gleich zur Küste und folgen ihr bis Rømø. Dort werden wir längere Zeit bleiben und einen guten Freund treffen.“ Sie machte ein geheimnisvolles Gesicht und wollte nichts über diesen Freund berichten. Alle Fragen prallten an ihr ab und sie schüttelte nur den Kopf. „Wartet es ab!“ Aber abwarten ist so schwer für eine junge Gans und Nyfiken überlegte hin und her, wen sie da wohl treffen würden. Ein Kobold vielleicht? Ein Wichtel? Eine Gans, die von sehr weit her kam? Ein verwunschener Menschenjunge? Vilja ließ sich nicht erweichen, sie verriet gar nichts.

Wolken jagten am Himmel entlang, aber Vilja war überzeugt, dass später die Sonne herauskommen würde. Hjelper stimmte ihr zu. Die dunklen Wolken würden nicht bleiben, der Himmel würde klarer werden und so hoben schließlich ab. Sie hatten es nicht eilig und flogen zuerst zur Küste, der sie folgten. Immer wieder setzten die Eltern zur Landung an, schwammen mit den Jungen in der aufgewühlten Nordsee, rasteten an einem kleinen See hinter den Dünen, hielten einen Mittagsschlaf im Dünengras. Und dann kam tatsächlich die Sonne heraus, die Wolken trieben davon, der Himmel wurde blau, die See beruhigte sich und Vilja nickte zufrieden. Jetzt würden sie Rømø ansteuern!

Sie flogen in ihrer gewohnten Formation: Vilja voraus, die elf Jungen in zwei Ketten dahinter und zum Schluss Hjelper. In der Ferne sahen sie andere Familien in gleicher Anordnung fliegen. Man grüßte sich lautstark, antwortete auf Rufe und Grüße von unten, es wurde gelacht und gesungen. Die letzte Etappe war entspannt und sorglos.

Sie überflogen den großen Ringkøbing Fjord, sahen die Insel Fanö unter sich und dann das winzige Eiland Manø. Dann kam Rømø. Sie sahen von oben die lange Straße, die zur Insel führte und auf die stinkenden, brummenden Dinger mit Menschen darinnen fuhren. Einige kleine Dörfer gab es, ein Kirche, ein großer Sandstrand, Wälder und am anderen Ende ein Hafen, von dem gerade eine Fähre ablegte. 

Vilja und Hjelmer kreisten eine Weile, landeten dann am Südstrand im Wattenmeer. Für die jungen Gänse war das ungewohnt – eine weite Fläche mit feuchtem, dunklem Untergrund, durchzogen von Wasserrinnen. Vilja erklärte das Watt als eine Fläche, die bald vom Meer überspült würde und auf der sie unbesorgt ruhen konnten. Hier gab es keinen Fuchs und keinen Marder, nur den Himmel musste man im Auge behalten, falls der weißgeschwänzte Seeadler auf die Jagd ging.

Nyfiken patschte im schwarzen Schlick herum, schwamm in einer der Wasserrinnen und wunderte sich über den starken Sog. „Das ist ein Priel“, erklärte ein älterer Cousin, der sie begleitete. „Wenn die See zurückkommt, strömt sie zuerst durch die Priele, dann überflutet sie das nasse Land. Das nennt man die Flut. Strömt das Wasser zurück, geht es wieder zuerst durch die Priele – und dann kann es richtig rauschen im Priel.“ Aber wo das Wasser hinging, konnte ihr niemand erklären. Jedenfalls war es gerade nicht da. Das nannte man Ebbe, soweit hatte Nyfiken es verstanden. Da das Wasser durch den Priel immer noch nach draußen schoss, war wohl noch lange nicht Schluss mit der Ebbe. 

Plötzlich flogen einige junge Gänse hoch, riefen „Gefahr! Gefahr!“ Nyfiken suchte sofort Vilja und Hjelper, die aber ruhig im Watt standen und keine Anzeichen machten, aufzufliegen. Sie suchte den Himmel ab, da war nichts. Der Cousin an ihrer Seite lachte und beruhigte sie: „Schau, das Schiff legt ab. Es tut uns nichts. Bald kommt ein anderes Schiff aus der anderen  Richtung. Das geht hier den ganzen Tag so.“ Nyfiken folgte seinem Blick und sah ein weiß-rotes großes Schiff langsam vom Ufer wegfahren. „So ein riesiges Schiff habe ich noch nie gesehen,“ atemlos reckte sie den Hals. Der Cousin erzählte ihr, dass das nur eine kleine Fähre war, in der die Menschen mit den rollenden stinkenden Dingern von einer Insel zur anderen gebracht wurden. Auf dem Meer draußen vor den Inseln fuhren noch viel, viel größere Schiffe. „Wenn die Eltern es erlauben, fliegen wir im Frühjahr mal zusammen raus auf das Meer und schauen uns die richtig großen Schiffe an,“ versprach er ihr.

Tomte, der Wichtel

Es war ein ständiges Kommen und Gehen, wer Hunger hatte, flog auf die Wiesen des Festlandes. Neue Scharen stießen dazu. Nicht alle waren weitgereist, viele der Graugänse blieben das ganze Jahr auf den Inseln und an der Küste des Wattenmeeres. Aber es gesellten sich auch die kleine Weißwangengänse dazu, die in Eis und Schnee gebrütet hatten. Ein paar der großen, dunklen Tundra-Saatgänse waren da und viele, viele kleinere Vögel. Nyfiken kannte noch nicht alle. An den Seen des  Kebnekaise gab es keine Pfuhlschnepfen und keine Knutts, keine Sanderlinge und keine Brachvögel. Sie kannte die flinken kleinen Flussregenpfeifer, die Kiebitze und natürlich Lahol, den Mornellregenpfeifer.

Nyfiken war neugierig und näherte sich freundlich einem Trupp Sanderlinge. Die wollten sich aber nicht unterhalten, rannten vor den Wellen hin und her und riefen ihr zu: „Aus dem Weg! Wir müssen fressen, fressen, fressen!“ Respektvoll ging Nyfiken auf die Seite und sah ratlos zu, wie eifrig die ganze kleine Schar hin und her lief. Einer der größeren Knutts erklärte ihr, dass die Kleinsten mit den kurzen Schnäbeln nur im noch nassen Watt nach Essen suchen konnten. Darum liefen sie immer vor und  zurück vor den Wellen. Das verstand Nyfiken und machte lieber Platz für die hungrigen kleinen Vögel.

Von der Insel kam eine einzelne Gans geflogen. Ungewöhnlich, dachte Nyfiken, die den kräftigen Vogel beobachtete. Wo ist seine Schar? Warum fliegt er alleine? War da Gefahr? Sie drehte sich nach Vilja um, die aber sehr ruhig dastand. Nein, keine Gefahr. Dann erscholl ein lauter Ruf: „Hej, Vilja! Hej, Hjelper! Velkomst! Havde du en god tur?“ Nyfiken war nicht sicher, was das heißen sollte, aber ihre Mutter lachte. Hjelper landete gerade platschend neben ihr, auch er lachte laut. „Sprich deutlich!“ rief er hoch. „Wir wissen, dass Du die Menschensprache sprichst, Du Angeber!“ Die Gans mit dem sonderbaren Passagier landete und herunter sprang ein kleines Wesen mit roter Zipfelmütze, er hatte Stiefel aus grünem Gummi an den Füßen und eine dicke blaue Jacke an. Sein Gesicht war rund und pauspackig mit leuchtend grünen Augen und vielen, vielen Lachfältchen. Sein Haar war lockig und von der Farbe einer reifen Kastanie. Er verbeugte sich ernsthaft in alle Richtungen, schwenkte seine Zipfelmütze und sprach in der Sprache, die alle Tiere verstanden: „Hochverehrte Frau Vilja, ehrwürdiger Herr Hjelper, verehrungswürdige Gänse – Willlkommen auf meiner bescheidenen Insel Rømø! Hatten Eure Hochwohlgeboren eine angenehme Reise?“

Vilja und Hjelper verneigten sich tief vor dem kleinen Kerl und antworteten genauso geziemend: „Hochehrwürdiger Tomte, wir danken für das Willkommen! Unsere Reise war angenehm und ohne Störungen. Sind Euer Hochwohlgeboren wohlauf?“

Nyfiken hatte dem Ganzen fassungslos gelauscht. Was war denn da los? Sie erschrak furchtbar, als Tomte schallend auflachte und – man glaubt es kaum! – einen Purzelbaum hoch in die Luft schlug und platschend und lachend im Watt aufkam. Er rannte auf Vilja zu und umschlang ihren Hals. Schon glaubte Nyfiken, der Kleine wollte ihre Mutter erwürgen, als sie auch Vilja lachen hörte. „Tomte, hör auf! Du kitzelst mich! Geh runter und lass Dich anschauen!“

Sie sah sich nach ihren Kindern um und stellte Tomte die ganze Schar vor. Nyfiken platzte sofort heraus: „Bist Du ein verwunschener Mensch wie Nils Holgersson?“ Tomte guckte empört und holte tief Luft, um zu einer langen Widerrede anzusetzen, aber Vilja schüttelte sachte den Kopf. „Nein, Kleines, das ist der Wichtel Tomte, der unsere Sprache spricht und der Dich viel lehren kann.“ Nyfiken erschrak. Oh je, sie wollte doch so viel lernen und jetzt hatte sie den Wichtel bestimmt verärgert. Kleinlaut entschuldigte sie sich und stotterte herum. Tomte sah sie lange an, lachte dann leise. „Bist Du Nyfiken, die Neugierige?“ Nyfiken nickte schüchtern. „Was weißt Du über Deine schwarz-weißen Verwandten?“ Nyfiken wusste sofort zu erzählen von den hohen Klippen, von denen die Küken sprangen. Von Vielfraß und Eisbär, von Gefahr und … Tomte hob die Hand. „Warum laufen die Kleinen vor den Wellen auf und ab?“ Das war einfach: die kurzen Schnäbel, das niedrige Wasser, der weiche Boden – Nyfiken erklärte und erklärte. Tomte nickte, lächelte, sah Vilja an und Hjelper. Sie redeten noch lange über das kleine Wasser und die große, hell erleuchtete Stadt, über die Berge und die Inseln, welche Sterne am Himmel standen und wann die Sonne auf- und unterging und wann es immer hell war.

Irgendwann wurden sie still, guckten dem großen Schiff nach, das zwischen den Inseln hin und her fuhr. „Willst Du lernen, Nyfiken, und Dir Deinen eigenen Namen verdienen? Willst Du von mir alle Geschichten hören über Akka von Kebnekaise? Willst Du wissen, wohin die Schwalben wandern und wohin die Schiffe fahren?“ Tomte sah die junge Gans ernst an. „Ja.“ Mehr konnte Nyfiken nicht sagen. Einfach nur „Ja“. Sie wollte so sehr. So sehr. So so sehr. 

Vilja dachte zurück an die Tage, als sie Tomte genauso angeschaut hatte. Voller banger Hoffnung. Und auch nur „Ja“ gesagt hatte. Weil sie lernen wollte, alles, einfach alles.

Und dann lachte Tomte, hell und klar und fröhlich! „Wir fliegen zusammen, wie ich einst mit Deiner Mutter geflogen bin. Ich schlage einen Purzelbaum! Ich habe wieder eine Freundin, eine graue Gans! Juchhu!“